Die Liebeserklärung eines Mini-Fahrers

2. 17. 2015

 

 

TTSC-Mini Klasse 2014 – Die Vorgeschichte

„Wie Phönix aus der Asche“ kommt es einem vor, dass Ralf uns 2014 beim Messerennen in Schweinfurt überrascht hat, die „Mini“ Idee neu zu beleben! Tatsächlich war die Idee bereits 1997 (im Gründungsjahr der TTSC) ein fester Bestandteil im Reglement, gab es doch einige wenige Fahrer, die bereits Minis fuhren! Genannt seien hier vor allem Rainer Hartmann, der legendäre Topspeeds aus seinem M01 Mini Cooper mit Keil Motor holte, oder Matthias Raab, der aus Mangel eines allradgetriebenen Ta01/02´s mit einem M02 Käfer mit Heckantrieb in die TTSC einstieg. Auch Ralf selber und TTSC-Meister Jochen Wiesner bewegten zum Spaß 2 M03-Mini Cooper, damals ein „brandneues“ MINI FWD Chassis, das bis heute noch von Tamiya angeboten wird. Soviel sei gesagt: Diese beiden Oldies gibt es heute noch. Exakt mit diesem Auto stieg Ralf heuer wieder in die Mini Klasse ein!

Aber was macht eigentlich die Faszination der Minis aus?

  1. 1.Die Optik

Der Erfolg der „Minis“ dürfte sogar Tamiya selber überrascht haben. Die Grundidee bestand darin, recht maßstabsgetreue RC-Modelle (Scale-Modellbau) berühmter Autos aufzulegen, die nicht nur im Stand, sondern auch durch Ihr originalgetreues Fahrbild den Zuschauer erfreuen. Im Gegensatz zu den heutzutage windkanalerprobten Tourenwagenkarossen, die sich immer futuristischer und optisch ähnlicher werden, zeigen die Minis 1:1 das Design ihrer Originale. Berühmte Klassiker wie Mini Cooper, VW Käfer, Fiat 500, Renault Alpine und viele weitere Renn- und Rallye Legenden der 60er und 70er Jahre, aber auch kommende Klassiker wie der „New“ Mini Cooper lassen die Herzen der Zuschauer und Fahrer höher schlagen.

  1. 2.Der Antrieb

Von Anfang an waren fast alle Minis mit Front- oder Heckantrieb ausgestattet, was auch der Einfachheit und den Kosten geschuldet war. Die Maßstabstreue führte auch zur etwas geringeren Spurweite der Minis, sowie zu den 3 verschiedenen Radständen, in denen die Minis bis heute erhältlich sind. Vom Grundkonzept her sind Sie daher den typischen 4WD Tourenwagen im Nachteil, was den Vortrieb und die maximal mögliche Kurvengeschwindigkeit angeht. Die kleineren Räder haben daran auch Ihren Anteil.

Wer aber jetzt denkt, dies würde weniger Spaß bedeuten, sollte selber einmal einen Mini pilotieren! Die geringere Breite und der kurze Radstand machen diese Autos speziell auf engen Strecken unheimlich wendig! Und durch den „ewigen Kampf der Konzepte“ zwischen Front- und Heckantrieb kommt es je nach den Streckenverhältnissen zu spannenden Duellen zwischen driftenden Alfas und mit den Vorderrädern scharrenden Mini Coopern, die verschiedene Ideallinien benutzen, um die Kurve ideal zu nehmen. Genau wie damals und heute bei den großen Vorbildern!

  1. 3.Die Langlebigkeit des Konzepts

Die Mini-Modelle waren und sind speziell bei Tamiya äußerst langfristig angelegt. Es kommt nicht jedes Jahr ein neues Chassis, viele Teile wie Karossen oder Querlenker sind heute noch problemlos zu bekommen und teilweise zwischen den Modellen austauschbar. Daher erfreuen sich weltweit die Mini Rennklassen größter Beliebtheit und die Mini-Treter sind eine treue und eingeschworene Fangemeinde. Man muss nicht immer neues Material anschaffen, um vorne dabei zu sein! Viele Topfahrer schwören heute noch auf Ihren geliebten M03, der immer noch bei den aktuellen M05 und M06 Chassis´ mithalten kann.

  1. 4.Die treue Fangemeinde

Die Mini-Idee lässt sich heute aus der RC-Szene nicht mehr wegdenken. Das etwas andere Konzept mit dem Blick auf Originalität und Optik bildet eine willkommene Abwechslung zu den konsequent auf Hochleistung getrimmten übrigen Rennklassen. Der Erfolg steht hier nicht unbedingt an erster Stelle. Die Minis werden „geliebt und verhätschelt“, es wird rücksichtsvoller gefahren, um das geliebte Teil nicht mutwillig zu beschädigen! Die Karossen sind mit Liebe verziert, die Lackierungen teilweise den alten Werkslackierungen aufwendig nachempfunden. Das Motto ist einfach ausgedrückt: Lieber ein paar spannende Rad an Rad Duelle, die die Zuschauer begeistern, als den Gegner „rauszuschubsen“, um den Sieg sicher einzuheimsen!

  1. 5.Tuning / Vielfalt der Konzepte

Die Erfahrungen mehrerer Jahre Mini-Rennen quer über den Globus zeigt: Es gibt keine Mini-Wunderwaffe! Beim Mini an sich ist die Wahl der Karosserie, des Radstands oder der Tuningteile nicht wirklich entscheidend. Das hat sich auch im ersten Jahr der offiziellen TTSC-Mini Klasse gezeigt: Es siegten sowohl kurze als auch lange Autos, sowie eher rundere Karossen (Peter Hollmeyers Käfer) als auch eher eckige (Renault 5). Sogar in unseren ersten Regenrennen in Estenfeld waren wir im Finale innerhalb weniger Sekunden bis zum Schluß!                     Man muss sich nicht auf eine Karosse festlegen, die von allen am fahrbarsten ist, sondern kann getrost nach seinem persönlichen Geschmack wählen!

Ähnlich verhält es sich mit dem Tuning: Minis werden und wurden immer schon getunt, was das Zeug hielt. Es gibt von fast allen Herstellern Teile ohne Ende, von super billig bis sehr teuer. Vor allem bestimmte Tamiya-Originalteile kosten teilweise so viel wie der halbe Mini!

Das Schöne aber daran ist: Man braucht es nicht um zu gewinnen, es geht mehr um den Bling-Bling Faktor oder die Dauerhaltbarkeit als um die Performance. Es reichen eigentlich ein paar Öldruckdämpfer, auch die billige Plastikversion tut es ohne Murren. Noch ein Satz Federn zum Wechseln und „Feintuning“ je nach Radstand und Wahl der Karosse, fertig! Fährt man einen Frontantrieb-Mini, sperrt man heutzutage noch ein wenig das Differential mit zähem Fett oder Knete, und ab geht das Teil!

Ausblick auf die Zukunft der TTSC-Minis

Aufgrund der Kompatibilität des Mini-Reglements zur aktuellen TTSC (Zippy Lipo Akku, Carson Cup-Maschine) könnte und kann die TTSC-Crew problemlos diese zusätzliche Rennklasse stemmen und sogar einzeln werten! Einzige Voraussetzung sind genügend Fahrer, die regelmäßig teilnehmen. Aufgrund der tollen Rennen in unserer ersten Saison scheint dies aber nicht unser Problem zu werden! Immer mehr waren nach jedem der Läufe begeistert von unserer Show, sowohl alte Rennhasen als auch manch junger Rookie schafften sich kurzentschlossen einen Mini an! Sogar Ralf hat sich nach all den Jahren für 2015 einen neuen M05 angeschafft. (-; Die Weichen für eine erfolgreiche und dauerhafte Zukunft der TTSC-Mini Klasse sind gestellt.

èJetzt seid Ihr dran, wir wollen Euch als Fahrer!

Euer Mini Fan der ersten Stunde,

Matthias

 

 

 

 

 

 

 
 

 

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