Nach der Hitze kam der Regen - 5. Lauf 2016 in Hassfurt

9. 22. 2016

 

 

Die bayrischen Sommerferien 2016 haben die Schulkinder diesmal nicht enttäuscht. Fast vier Wochen war das Wetter warm, heiß und vor allem sehr stabil. Normalerweise wird es ja schon Ende August herbstlich kalt. Eine Woche vor dem Renntermin (17. und 18. September) des 5. TTSC- und STW-Laufs fand das Abschlusstraining noch bei heißen 30 Grad statt. Irgendwann musste ja der Wettereinbruch dann kommen… Warum aber gerade voll für das Rennwochenende? Schon am Montag deutete sich an, dass das Rennwochenende nicht trocken über die Bühne laufen würde. Bis Freitag erhärtete sich die Prognose dann noch. Die Regenwahrscheinlichkeit lag am Samstag ab Mittag bei 100 %.

STW:

Da stellte sich natürlich die Frage, ob alle angemeldeten STW-Fahrer auch an den Start gehen werden. Es hatten sich ja 19 Starter angemeldet, was im Jahresschnitt sehr hoch ist. STW-Fahrer sind ja bekanntlicherweise etwas Wasserscheu. Immerhin 15 Fahrer waren am Sonntagabend voll in Wertung. Und das obwohl es von Samstagnachmittag bis Sonntagnachmittag fast durchwegs geregnet hat. Viele STW-Fahrer hatten sich für den feuchten Einsatz ein TT01 Chassis bereitgelegt oder zumindest einen wetterunempfindliche Cupmachine in Ihrem STW-Fahrzeug verbaut. Mit dem etwas leistungsschwächeren Motor konnte man auch im Regen beherzt Gas geben, ohne dass einen das Fahrzeug gleich außer Ruder lief. Als Lokalmatador sicherte sich so am Samstag Marco Wambach die Tagesbestzeit. Andreas Rosel hoffte noch auf den ersehnten Wetterumschwung, der aber nicht mehr kam. Am Sonntag zu Vorlauf 3 und 4 kam dann noch Jochen Wiesner frisch dazu. Mit nur fünf Minuten Training stellte er seinen Sakura direkt auf die Pole. Jochen, der ehr aus der Verbrenner-Szene kommt, hatte nicht mitbekommen, dass die Konkurrenz mit Bürstenmotoren unterwegs ist. Vielleicht hätte er dann auch zurück gerüstet… Als begnadeter Fahrkünstler konnte er die Leistung aber gut auf die Strecke bringen.
Auch als es zu Finallauf 2 und 3 trocken wurde, kam an Jochen keiner ran. Nur Marco konnte im zweiten Lauf drei Sekunden heraus fahren, was Ihm aber letztendlich nur den zweiten Platz einbrachte. Jan Fuß belegte nach den beiden den dritten Platz.

TTSC-Mini:

Von den Mini-Fahrern ließ sich kein einziger vom schlechten Wetter die Stimmung vermiesen. Alle 14 gingen an den Start und hatten sichtlich Spaß mit den Wetterverhältnissen. Trotz nur zwei angetriebener Räder wurden sogar einzelne Minis in den STW-Läufen gesichtet! Spektakuläre Bilder entstanden als die Minis die großen Pfützen Ein- und Ausgangs der Zielgeraden durchquerten. Die Fahrer versuchten sie wenn es ging zu vermeiden und fuhren lieber die weiter Strecke jenseits der Ideallinie um nicht von den zwei Zentimeter hohen Wassermassen ausgebremst zu werden. Am besten kam in den Vorläufen Mr. Mini Matthias Raab mit der Situation klar. Knapp dahinter Steffen Ferschke und der Tabellenführende Damian Kratochwil. Gerade noch ins A-Finale gerettet hatte sich der TTSC-Macher Ralf Müller. Mit dem Beginn der Finalläufe kam dann seine Stunde. Bereits im erste Lauf rollte er das Feld von hinten auf und überquerte mit Abstand die Ziellinie als Erster vor dem Polesetter Matthias. Im zweiten Lauf als die Bahn dann schon über 50 % abgetrocknet war setzten alle Fahrer bis auf Ralf auf die Ride-Reifen, die im Trockenen das Maß der Dinge waren. Aber auch das nützte nichts gegen die Siegesfahrt von Ralf. Auch im zweiten Lauf holte er den Sieg und alle Teilnehmer waren Zeuge als Ralf seinen ersten Tagessieg in einer seiner Rennklassen eingefahren hat. Und das nach fast 20 Jahren und über 150 Rennstarts in TTSC, TTSC-Evo und TTSC-mini!

TTSC:

Wie nicht anders zu erwarten waren in der TTSC-Klasse bei diesen Wetterverhältnissen die meisten Fahrer am Start. Insgesamt 25 Fahrer waren am Ende in Wertung. Daniel Fischer, Michael Kexel und Maxi Stalla waren nicht am Start. Dadurch stellte sich die Frage, wird Pascal Leibold seinen zweiten Saisonsieg geben, oder wird es im fünften Rennen den fünften Sieger geben? Im Vorlauf eins am Samstag konnte Pascal gleich seine Favoritenrolle mit einer Bestzeit verfestigen. Leider hatte er im Samstag dann noch ein technisches Problem – sein Empfänger war abgesoffen. Seine Bestzeit hielt aber auch noch am Sonntagmorgen in Vorlauf drei und vier. Er konnte sich damit getrost die Fahrten sparen und stand trotzdem am Nachmittag bei den TTSC-Finalen vor Felix Schneider und Matthias Raab auf der Pole-Position. Der Finallauf eins waren dann auch die ersten Meter, die Pascal am Sonntag zurücklegte. Die Steckenverhältnisse hatten sich im Laufe des Vormittags dann aber so verändert, dass die Abstimmung von Pascals Subaru BRZ unfahrbar war. Er wurde im Lauf eins hoffnungslos durch gereicht. Matthias Raab holte sich den Sieg vor einem ebenfalls sehr stark fahrenden Felix Schneider. In Lauf zwei musste sich Pascal dann nach einem Fahrfehler und einem Missverständnis mit einem Streckenposten mit dem vierten Platz begnügen. Nachdem Matthias seinen zweiten Tagessieg perfekt machte war nun auch klar: Es gibt dem fünften Sieger im fünften Rennen! Wenn schon nicht in der Mini-Klasse, dann doch zumindest in der TTSC hatte Matthias damit einen Tagessieg geholt. Pascal fuhr im letzten Lauf dann noch was das Auto hergab. Er konnte den Laufsieg von Felix Schneider aber im letzten Finallauf mit drei zehntel Sekunden nicht vermeiden. Gesamt-Dritter wurde Pascal letztendlich und geht damit absolut Punktgleich mit Daniel Fischer ins TTSC-Finale nach Wasserlosen. Das ist an Spannung nicht zu überbieten!
Bemerkenswert war noch die Vorstellung vom Schaeffler-Cup-Fahrer Frank Rosbach. Er hatte beim Schaeffler-Cup (Rennen mit absolut gleichen RC-Buggy-Rennfahrzeugen eine Teilnahme bei einem TTSC-Lauf gewonnen. Trotz, dass er nur am Sonntag bei der Veranstaltung anwesend war, konnte er sich auf Anhieb ins B-Finale auf Platz 13 qualifizieren. Diese Qualileistung konnte er in den Finalläufen noch bestätigen und kam auf einen sehr guten zwölften Platz ins Ziel. Ein Naturtalent!

Bei der Siegerehrung gab Ralf Müller noch bekannt, dass es im nächsten Jahr wieder zwei TTSC-Wertungsläufe in Hassfurt geben wird. Das erfreute die Vereinsführung des ORF-Hassfurt und die TTSC-Fahrer gleichermaßen. Damit steigen die Chancen für 2017, dass es wieder mal ein trockenes Rennen in Hassfurt geben wird. Wir freuen uns darauf, obwohl bei einem Regenlauf die coolsten Bilder entstehen ;-)

 

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