Das Brushless-Zeitalter hat in der TTSC begonnen

3. 07. 2018

 

 

Am 02. und 03. März war die TTSC das erste Mal in der TTSC-Geschichte mit einem offiziellen Wertungslauf in Bad Kissingen in der RC-Car-Arena zu Gast. Wir wurden auf jeden Fall herzlich vom MCC-Vorstand Raphael und seinem Team empfangen. Die Halle, Rennstrecke etc. war wieder perfekt durch den MCC vorbereitet. Als Ausweichunterkunft, für die zahlreich angemeldeten Fahrer, stand sogar ein LKW-Auflieger zur Verfügung. Die eisigen Temperaturen von -15 Grad waren glücklicherweise am Freitag vor dem Rennen vorüber. Im Fahrerlager war es mit den Heizlüftern sogar recht kuschelig. Etwas überrascht hat uns der Schnee, der am Samstagmorgen lag. Durch stetig ansteigende Temperaturen war dieser bis Sonntag jedoch wieder Geschichte. Am Sonntag bewegte sich das Thermometer, zur großen Freude der rauchenden Gesellschaft, seit zwei Wochen wieder auf der positiven Seite der 0 Grad-Grenze.

Zum Rennen : Das mit 42 Fahrern ausgeschriebene Rennen war bereits Anfang Januar, nach 6 Tagen Nennzeit, komplett ausgebucht. Um das Fahrerlager nicht komplett zu überlasten wurde bei den Startplätzen nicht aufgestockt. Damit waren 24 TTSC-Fahrer und 18 TTSCmini-Fahrer gemeldet.

Am Samstagvormittag ab kurz vor 9 Uhr ging es dann auch schon los. Erst mit freiem Training, dann mit kontrolliertem nach Vorlaufgruppen. Damit wurde vermieden, dass zu sehr unterschiedlich starke Fahrer sich auf der Strecke gegenseitig behindern. Am Samstag wurden nach den Trainingsläufen noch bis ca. 18 Uhr drei Vorläufe ausgetragen. Dazu kamen nochmal drei am Sonntag. Bei der Anzahl konnte sich jeder Fahrer einen „Ausfall“ leisten.

TTSC:

Wie schon beschrieben konnten aus Platzgründen nur 24 Fahrer den ersten Lauf bestreiten. Das Fahrerfeld war aber trotzdem bunt gemischt. Vom amtierenden Meister Pascal, bis zu unserem Senior-Rookie Dietmar Köhler war alles mit dabei.

Brushless-Bericht:

Ralf Müller war wie angekündigt mit dem, in der Mini-Klasse reglementierten, Carson Bruhless-Set mit 16T unterwegs. Dieses Set testet er außerhalb der TTSC-Wertung auf Herz und Nieren, ob es evtl. als neuer Standartmotor für die TTSC 2019 in Frage käme. Am Samstag tat er sich damit sichtlich schwer. War das Auto mit der Reifen-Kombination beim letzten Einsatz in Wasserlosen, in der Dr. Maria-Probst-Halle, noch gut fahrbar, drehte es sich jetzt wie wild hin und her. Das größere Drehmoment war deutlich spürbar, konnte aber unter diesen Umständen nicht genutzt werden. Selbst nach Änderung der Gaskennlinie über den Regler wurde es nicht besser. Das Fahrzeug war weiterhin unfahrbar.
Reifenreinigen und Schmieren brachte nicht den erwünschten Erfolg, erst die Investition in einen neuen Reifensatz brachte Besserung. Jetzt ging es ordentlich vorwärts und Ralf legte mit die besten Runden hin. Teilweise konnte er damit sogar Meister Pascal davon fahren.
Am Ende der drei Vorläufe reichte es aber doch nur zu Startplatz drei hinter Pascal und dem sehr schnellen Michi Will.
In den Finalläufen war die Zeit des Brushless dann immer in den letzten beiden Minuten angebrochen. Die Leistung lässt hier nicht, wie bei den meisten Brushed-Motoren, mit der steigenden Temperatur merklich nach. Dadurch konnte Ralf in dieser Zeit immer wieder Boden gut machen. Im ersten A-Finale waren es nur 5 Sekunden zum Laufsieg. Im zweiten lief es auch gut mit knappem Rückstand auf Platz zwei. Im dritten Lauf wurde Ralf dann ordentlich aufs Korn genommen, wodurch er gleich in den ersten Runden vom führenden Michi überrundet wurde. Pascal hatte bis dahin schon zwei Siege eingefahren und sparte sich diesen Lauf. Ralf machte sich dann aber einen Spaß daraus, vom letzten Platz wieder nach vorne zu fahren.
Fazit: Das Carson Brushless-Set fühlt sich im TTSC-Rennen wesentlich lebhafter an. Trotz einer relativ langen „Outdoor-Übersetzung“ von 55/25 hatte der Motor weder thermische noch Durchzugs-Probleme. Ein Einsteiger tut sich sicherlich mit dem Motor schwerer als mit einer Büchse. Vielleicht lag das aber auch an dem engen Kurs und an den kalten Temperaturen. Wir sind sehr gespannt auf den ersten Outdoor-Einsatz in Estenfeld am 20. Mai. Wie Daniel Fischer anklingen lassen hat, wird voraussichtlich das Carson-Set auch beim 24 Stunden-Rennen in Estenfeld der Antriebsmotor sein.

Wie lief es sonst in der TTSC:

D-Finale:

Interessant sind hier immer unsere Vater-Sohn-Duelle. Insgesamt hatten wir deren FÜNF an diesem Wochenende. Am nähsten beieinander waren Enrico und Wolfi Simon. Sie schafften sogar einen 1,2 – Einlauf im zweiten Finale. Und das mit nur 0,5 Sekunden Abstand. Auch im Lauf drei war der Abstand nur knapp über eine Sekunde. Hier schnappte sich aber Sarah Pufe den Sieg mit Ihrem neuen perlmutweißen Honda-NSX.

C-Finale:

Hier hatte sich Michael Wieber die Pole geschnappt. Hatte aber mal wieder Pech mit der Technik an seinem Auto und fiel in zwei Läufen aus. Eigentlich wollte er gar nicht ins C-Finale, um sicher einen Pokal am Wochenende zu gewinnen. Letztendlich reichte es dann aber sogar locker für einen Sieg im C-Finale für Kilian Müller. Dessen Auto wurde wieder perfekt von Paul Wiesner betreut und lag sehr gut auf der Strecke. Das A und O war die richtige Aufbereitung der Reifen am WE. Die Reifen setzten sich doch recht schnell mit „Pick-Up“ zu. Was zu starken Rutschen führte. Wer hier nicht rechtzeitig reinigte, der hatte perfekte Driftreifen.

B-Finale:

Har waren neben erfahrenen Racern wie Lukas Bandorf und Thomas Herterich unsere besten Rookies aus 2017 am Start. Justin Nöth zeigte hier wieder eindrucksvoll, dass er nicht umsonst „Rookie of the Year 2017“ ist. Er holte locker vom dritten Startplatz den Sieg mit seinem neuen schwarzen Audi R8.

A-Finale:

Wie schon beim Bruhless-Bericht beschrieben waren Pascal, Michael und Ralf sehr nah beieinander. Im letzten Lauf zeigte dann auch Paul, dass er ein Wörtchen bei der Meisterschaftsvergabe 2018 mitreden kann. Leider hatte er an diesem Wochenende wieder einige Ausfälle zu verzeichnen. Neben Oli Hub war dann noch Marius Wachtel mit im A-Finale. Der diese nutzte um das überrundet werden zu lernen. Einen guten Fahrer zeichnet das aber besonders aus, dies in Perfektion zu können.

Fazit TTSC: Im erste Rennen 2018 sind auffallend viele Jugendlichen an den Start gegangen. Diese hatten sichtlich Spaß, selbst als bei dem einen oder anderen der Karosseriefraß etwas stark angeschlagen hatte…

TTSCmini:

Hier hatte sich leider unser Mister Mini Matthias Raab in der Woche vor dem Rennen schon krank melden müssen. Dabei hätte er auch gerne seine Rennpremiere mit dem Brushless-Motor auf der Strecke in Bad Kissingen gefeiert.
Nachdem auch Enrico Wagner krankheitsbedingt ausfiel, standen 16 Mini-Fahrer am Start.

Die meisten davon hatten bereits das Brushless-Set verbaut. Nur noch wenige setzten eine Cup-Maschine ein. Bei den Chassis nimmt es mit den M07-Chassis auch immer mehr überhand. Bereits über die Hälfte der Fahrer war mit dem neusten Mini-Chassis aus dem Hause Tamiya unterwegs.
Und das Chassis geht laut Aussage der Fahrer aus der Packung raus richtig gut. Das konnte selbst der amtierende STW-Meister Jochen Wiesner mit seinem inzwischen 20 Jahre alten M03 nichts dagegen ausrichten ;-) Er schaffte es gerade auf den zweiten Startplatz im B-Finale.

Wo wir bei Meistern sind: Der vielfache TTSC-Meister Daniel Fischer startete mit einem M07 und bereicherte das Starterfeld mit einem Porsche Boxster 1. Dieser erwies sich auch nicht als Nachteil gegenüber den bewährten Mazda 2 und MX5-Karossen. Er legte bereits bei den Vorläufen eine Duftmarke und sicherte sich mit einem Vorsprung von nur 0,38 Sekunden die Pole vor den beiden Steffens. Wobei der amtierende Meister Steffen Ferschke nur den dritten Startplatz einnahm.

A-Finale:

Hier konnte man keine Sekunde weg sehen. So spannend war der Kampf um Platz eins. Daniel und Steffen K. waren hier ebenbürtige Gegner, die sich über die sechs Minuten ein Rad an Rad Duell lieferten wie es im Buche steht. Alle drei Läufe gingen mit einem Abstand von nur wenigen Zehntel-Sekunden aus. Der amtierende Meister konnte nur im zweiten Lauf richtig mithalten und schob sich hauchdünn dazwischen. Mario Stöhr, Damian K. und Jochen Schwab fuhren derweil Ihr eigenes Rennen mit Respektsabstand dahinter. Zwei Mal mussten sie die Spitze jeweils überrunden lassen.

B-Finale:

Hier stand der Lokalmatador Michael Ganz auf der Pole-Position. Leider musste er Sonntag früh auf die Arbeit und aus den geplanten drei Stunden wurden dann doch über fünf. Dadurch verpasste er leider zwei der drei Finalläufe. In dem verbleibenden Lauf hatte er dann aber seine Gegner alle im Griff und lies alle hinter sich. In der Gesamtwertung konnte er damit aber nur Schadensbegrenzung leisten. Durch seine beiden fehlenden Finalläufe reichte es am Ende nur für Platz drei im B-Finale. Den Sieg holte sich Jochen Wiesner mit seinem Oldtimer – M03 vor Michi Will auf M07.
Joe Leibold feierte Doppelpremiere mit M07 und Brushless und hatte einen guten Grundspeed.

C-Finale:

Mit Lemmy, Ralf und Lukas waren hier auch Fahrer vertreten, die in der TTSC-Klasse A-Finalanwärter sind. Dadurch sieht man wie hochkarätig das Fahrerfeld in der TTSCmini ist.
Lemmy, der ebenfalls M07-Premiere feierte kam aus dem Stand raus gut mit dem Fahrzeug zurecht und konnte sich trotz Trainingsrückstand gegen seine vier Mitstreiter locker durchsetzen.

Fazit TTSCmini: Das Gespann M07 mit Brushless gilt es 2018 zu schlagen. Wir sind auf den zweiten Lauf in Estenfeld sehr gespannt. Es stehen die Fragen aus: Kann Jochen W. mit seinem M03 zurück schlagen und wieder ins A-Finale einziehen? Wie gut wird der Käfer von Matthias Raab dort laufen. Die TTSC-Team-Racer möchten natürlich wieder zurück ins A-Finale.

Gesamtfazit:
Erstaunlich, wie viele Fahrer doch in dem kleinen Fahrerlager unter kommen. Jeder hatte trotzdem noch genügend Platz. Der Bewirtungsvorraum musste gar nicht zum Fahrerlager umfunktioniert werden.
Ein großer Dank nochmal ans MCC-Team für den tollen Einsatz an allen Fronten. Alle Fahrer kommen bestimmt gerne wieder.
Das war für die TTSC und Mini das letzte Hallenrennen dieses Winters. Es folgt die längste Rennpause des Jahres, bis es Ende Mai in Estenfeld weiter geht. Dort dann natürlich wieder mit der STW.

 

 

 

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